
Protein-Power – Welche Funktionen hat Eiweiß im Körper?
Proteine sind seit geraumer Zeit in aller Munde. Vor allem bei Sportbegeisterten lancieren High Protein-Produkte weit oben, denn Eiweiß ist nötig für ein gesundes Muskelwachstum. Dort hört der Wirkradius von Eiweiß jedoch nicht auf.
Aber welche Funktionen hat Eiweiß im Körper? Dieser Artikel gibt dir eine kompakte Zusammenfassung über die äußerst wichtigen Aufgaben, die Proteine im Körper erfüllen.
Das Wichtigste in Kürze
- Proteine (Eiweiße) sind essentielle Makromoleküle, aus Aminosäuren aufgebaut – quasi die „Bausteine des Lebens“.
- Sie übernehmen vielfältige Aufgaben: Aufbau und Reparatur von Gewebe, Muskelaufbau, Enzym- und Hormonproduktion, Transport von Nährstoffen und Sauerstoff, Regulierung von Stoffwechsel, Immunabwehr, Aufrechterhaltung von Flüssigkeits- und pH-Gleichgewicht.
- Auch Haut, Haare, Nägel, Knochen, Organe und Blut enthalten große Mengen an Protein.
- Proteine können – wenn nötig – auch als Energiequelle dienen, obwohl Kohlenhydrate und Fette meist bevorzugt werden.
- Ein Mangel oder eine unzureichende Zufuhr kann negative Folgen haben — von eingeschränkter Muskelreparatur über geschwächtes Immunsystem bis hin zu Haut-, Haar- oder Heilungsproblemen.
Inhaltsverzeichnis
- Was sind Proteine und wie sind sie aufgebaut?
- Die Hauptfunktionen von Eiweiß im Körper
- Struktur & Zell-/Gewebebau
- Enzyme, Hormone & biochemische Reaktionen
- Transport & Speicherung von Molekülen
- Immunsystem & Abwehr
- Bewegung, Muskeln und Kontraktion
- Flüssigkeits-, pH- und Osmoregulation
- Energiequelle (in Ausnahmefällen)
- Warum ist ausreichende Eiweißzufuhr wichtig – und wieviel braucht der Körper?
- Folgen von Eiweißmangel
- Praktische Tipps: Eiweißreiche Ernährung & ausgewogene Proteinzufuhr
- Fazit
1. Was sind Proteine und wie sind sie aufgebaut?
Proteine (oft auch „Eiweiß“ genannt) sind große, komplexe Moleküle, bestehend aus Ketten von Aminosäuren. Die Bezeichnung Protein wurde vom Griechischen abgeleitet. Proton heißt "das Erste, das Wichtigste". Da unser Körper keinen Eiweißspeicher im engeren Sinne besitzt, müssen unsere Körperzellen regelmäßig mit Eiweiß versorgt werden.
- Unser Körper nutzt etwa 20 verschiedene Aminosäuren, die in langen Polypeptidketten angeordnet und anschließend zu Proteinen gefaltet werden.
- Die spezifische Reihenfolge der Aminosäuren bestimmt die 3-dimensionale Struktur des Proteins und damit seine Funktion.
- Aufgrund dieser Vielfalt existieren Tausende verschiedene Proteine — jedes mit einer eigenen Aufgabe: manche stabilisieren Gewebe, andere katalysieren Reaktionen, wieder andere transportieren Moleküle oder dienen als Signalstoffe oder Hormone.
2. Die Hauptfunktionen von Eiweiß im Körper
2.1 Struktur & Zell-/Gewebebau
Proteine bilden das Gerüst für die Muskulatur, Haut, Knochen, Haare, Nägel, Bindegewebe und Organe. Beispiele: Kollagen (im Bindegewebe), Elastin (in Haut und Gefäßen), Keratin (Haare, Nägel), Aktin & Myosin (Muskel). Ohne Proteine verlieren Zellen ihre Form und ihre Stabilität. Proteine haben eben ordentlich Power.
2.2 Enzyme, Hormone & biochemische Reaktionen
Viele Proteine fungieren als aber nicht nur formgebend sonder auch als Enzyme. Enzyme sind biologischee Katalysatoren, die chemische Reaktionen in lebenden Organismen beschleunigen, ohne dabei selbst dauerhaft verändert zu werden. Sie katalysieren biochemische Reaktionen – z. B. Verdauung, Molekülaufbau, Zellstoffwechsel, DNA-Replikation uvm. Andere Proteine sind Hormone oder Botenstoffe die beispielsweise den Stoffwechsel steuern. Jedoch sind nicht alle Hormone auch gleich Proteine.
2.3 Transport & Speicherung von Molekülen
Proteine übernehmen Transportfunktionen: z. B. Hämoglobin transportiert Sauerstoff im Blut, andere Proteine transportieren Nährstoffe oder Spurenelemente wie Eisen. Manche Proteine speichern Substanzen — so dient der Körper mit ihrer Hilfe als „Depot“.
2.4 Immunsystem & Abwehr
Antikörper (Immunglobuline) sind ebenfalls Proteine — sie erkennen und neutralisieren Fremdstoffe (z. B. Viren, Bakterien). Somit sind sie unabdingbar für unsere Abwehr und damit Gesundheit. Eine unzureichende Proteinversorgung wirkt sich negativ auf die Abwehrkraft bzw. das Immunsystem aus. Sprich: kein Eiweiß, keine Power.
2.5 Bewegung, Muskeln und Kontraktion
Dass Proteine wichtig für den Muskelaufbau sind wissen wir bereits. Aber ohne Protein-Power sieht es bzgl. Bewegung auch dunkel aus. Aktin & Myosin sorgen für Muskelkontraktionen (die Fähigkeit der Muskulatur sich zusammen zuziehen, sprich anzuspannen). Aber auch innere Organe und die Herzmuskulatur bestehen zu großen Teilen aus Protein und benötigen diese für eine geregelte Funktion. Hohlorgane wie Magen oder Darm besitzen in ihren Wänden Muskelzellen ohne diese deren Peristaltik (="Organbewegung" oder "Organtätigkeit") nicht möglich wäre.
2.6 Flüssigkeits-, pH- und Osmoregulation
Bestimmte Proteine (z. B. Plasma-Proteine wie Albumin) regulieren den Flüssigkeitshaushalt und verhindern, dass Wasser unkontrolliert aus Blutgefäßen ins Gewebe austritt. Auch der pH-Wert im Blut und Geweben wird mit Hilfe von Proteinen stabil gehalten.
2.7 Energiequelle
Obwohl Kohlenhydrate und Fette primäre Energiequellen sind, können Proteine — wenn nötig — Energie liefern (4 kcal pro Gramm). Der Körper greift jedoch meist nur bei ungenügender Energiezufuhr auf Proteine zurück. Dies garantiert in besonderen Situationen, wie starker kalorischer Unterversorgung, das Überleben.
3. Warum ist eine ausreichende Eiweißzufuhr wichtig – und wieviel braucht der Körper?
- Proteine liefern essentielle Aminosäuren und Stickstoff — beide notwendig für Bildung und Erneuerung von Zellen, Geweben, Enzymen, Hormonen, Antikörpern etc.
- Der Eiweißbedarf orientiert sich am Körpergewicht, dem Alter, dem Aktivitätslevel und auch an der allgemeinen Situation wie Schwangerschaft, Gesundheit, Rekonvaleszensphase etc.
Personengruppe übliche Empfehlung Erwachsene mit geringer Aktivität ca. 0,8 – 1,2 g / kg Körpergewicht pro Tag Aktive Erwachsene /Freizeitsportler*innen ca. 1,2 – 1,6 g / kg Körpergewicht pro Tag Kraftsportler*innen / Bodybuilder*innen 2,0 g / kg Körpergewicht pro Tag – mehr bringt nicht zwingend mehr Nutzen
In der Regel spricht man von 0,8–1,2 Gramm Eiweiß am Tag pro Kilogramm Körpergewicht für eine*n durchschnittliche*n Erwachsene*n. Beispiel: eine mittelalte Person, nicht sonderlich sportlich aktiv mit einem Gewicht von 70kg hat einen Proteintagesbedarf von 56–84 Gramm. - Insbesondere in Phasen erhöhten Bedarfs (Kindheit, Jugend, Schwangerschaft, Heilung, intensiver Muskelaufbau) ist eine ausreichende Proteinzufuhr entscheidend und der tägliche Bedarf steigt auf etwa 2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht an.
- Eine ausgewogene Ernährung mit einer Vielfalt an Proteinquellen (vorzugsweise pflanzlich) sichert eine gute Versorgung mit allen notwendigen Aminosäuren.
4. Folgen von Eiweißmangel
Ein chronisch unzureichender Eiweißkonsum kann weitreichende Folgen haben, u. a.:
- Eingeschränkte Regeneration und Heilung — z. B. langsamere Wundheilung, Muskelabbau, Schwäche.
- Schwächung des Immunsystems → erhöhte Infektanfälligkeit.
- Beeinträchtigung von Haut, Haaren, Nägeln — sie bestehen mit aus Protein und benötigen konstante Neubildung.
- Mögliche Probleme bei Organ- oder Gewebeaufbau, Wachstumsstörungen bei Kindern, gestörte Hormon- oder Enzymproduktion.
- Bauchwassersucht (Aszitis)
5. Praktische Tipps: Eiweißreiche Ernährung & ausgewogene Proteinzufuhr
- Kombiniere unterschiedliche pflanzliche Proteinquellen (z. B. Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkornprodukte, Tofu/Soja). So deckst du alle essenziellen Aminosäuren ab.
- Achte auf eine ausgewogene Gesamtenergiemenge – wenn ausreichend Kohlenhydrate und Fette vorhanden sind, kann der Körper das meiste Eiweiß für Aufbau- und Reparaturprozesse nutzen.
- In Phasen mit höherem Bedarf (Sport, Wachstum, Heilung, Schwangerschaft) erhöht sich der Eiweißbedarf — plane Mahlzeiten dementsprechend.
- Vermeide extremes Übermaß – eine ausgewogene Zufuhr ist wichtig. Der Fokus sollte auf einer natürlichen, abwechslungsreichen Ernährung liegen, nicht auf einem übermäßigem Einsatz von „Protein-Shakes“.
6. Fazit
"Ohne Moos nix los" lässt sich problemlos auf Proteine übertragen. Ohne diese mannigfaltige Mischung aus Aminosäuren wäre ein Leben nicht möglich. Somit ist eine ausreichende Versorgung wichtig. Nicht nur fürs Überleben sondern auch fürs Wohlbefinden. Wenn du mehr über essentielle und nicht essentielle Aminosäuren, die Bausteine der Eiweiße, erfahren möchtest, dann haben wir für dich 2 Folgeartikel in unserer Auslage.
Quellen:
https://www.tk.de/techniker/gesundheit-foerdern/gesunde-ernaehrung/essen-und-wissen/eiweiss
https://medlineplus.gov/genetics/understanding/howgeneswork/protein
https://www.healthline.com/nutrition/functions-of-protein
Häufig gestellte Fragen
Proteine sind essentielle Makromoleküle, die als „Bausteine des Lebens“ gelten. Sie sind notwendig für den Aufbau und die Reparatur von Gewebe, die Produktion von Enzymen und Hormonen, die Immunabwehr sowie die Aufrechterhaltung des Stoffwechsels. Ohne ausreichende Eiweißzufuhr kann der Körper viele lebenswichtige Prozesse nicht optimal ausführen.
Eiweiß übernimmt zahlreiche Aufgaben: strukturellen Aufbau von Muskeln, Haut und Organen, enzymatische Reaktionen, Hormonbildung, Transport von Sauerstoff und Nährstoffen, Stabilisierung des pH- und Flüssigkeitshaushalts sowie Unterstützung des Immunsystems. In Ausnahmefällen dient Protein auch als Energiequelle.
Proteine bestehen aus Aminosäuren, die in Polypeptidketten angeordnet sind. Die Reihenfolge der Aminosäuren bestimmt die dreidimensionale Struktur und Funktion des Proteins. Der Körper nutzt rund 20 verschiedene Aminosäuren – acht davon sind essentiell und müssen über die Ernährung aufgenommen werden.
Der tägliche Proteinbedarf hängt von Gewicht, Alter, Aktivitätslevel und Lebenssituation ab. Für Erwachsene werden etwa 0,8–1,2 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen. Sportlich aktive Menschen benötigen 1,2–1,6 g, Kraftsportler bis zu 2,0 g/kg. In Wachstumsphasen, Schwangerschaft oder Heilungsprozessen steigt der Bedarf zusätzlich.
Ja. Proteine sind für Muskelaufbau und Muskelreparatur unverzichtbar. Aminosäuren unterstützen die Neubildung von Muskelgewebe und ermöglichen effektive Regeneration nach körperlicher Belastung. Besonders wichtig sind hierbei hochwertige Proteinquellen, die alle essentiellen Aminosäuren enthalten.
Ein Proteinmangel kann zu geschwächter Immunabwehr, Muskelabbau, verlangsamter Wundheilung, Müdigkeit, brüchigen Haaren und Nägeln sowie Hautproblemen führen. Bei starkem Mangel kann es außerdem zu Ödemen oder Bauchwassersucht kommen, da Proteine den Flüssigkeitshaushalt regulieren.
Nein. Viele Hormone wie Insulin oder Wachstumshormon bestehen aus Proteinen bzw. Peptiden. Andere Hormongruppen – darunter Steroidhormone wie Östrogen, Testosteron oder Cortisol – sind jedoch fettlösliche Moleküle und keine Proteine.
Antikörper (Immunglobuline) bestehen aus Protein und sind entscheidend für die Abwehr von Viren und Bakterien. Eiweiß ist zudem notwendig, um Immunzellen zu bilden und Entzündungsprozesse zu steuern. Eine unzureichende Proteinzufuhr schwächt daher das gesamte Immunsystem.



