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Artikel: Clean Eating – dein Einstiegsguide

Clean Eating – dein Einstiegsguide

Clean Eating – dein Einstiegsguide

Jacky Weinhaus

Unverarbeitete Lebensmittel, oder auch Clean Eating genannt, sind aktuell einer DER Trends, wenn es um gesunde ErnĂ€hrung und Lebensweisen geht. Aber dass dieser “Trend” seine Wurzel in der vegetarischen und veganen ErnĂ€hrungsbewegung in den 1920er Jahren hat, wissen jedoch nur die Wenigsten. Seit den frĂŒhen 2000ern nimmt Clean Eating immer mehr Fahrt auf – und das zu Recht.


Und wenn wir gerade bei der guten alten Zeit sind: bevor unser Essen von Industrieriesen zu nĂ€hrstoffarmen Kalorienbomben gedroschen wurde, war regionales, saisonales und in der Regel selbst hergestelltes bzw. verarbeitetes Essen die Lebensgrundlage des Großteils der Bevölkerung. Unsere Großeltern und Urgroßeltern sind schĂ€tzungsweise ohne Fast Food-Ketten, Convenience-Gerichte und fragwĂŒrdige Zusatzstoffe groß geworden.


Es gibt zwar keine in Stein gemeißelten Regeln. Aber mit diesem Beitrag geben wir dir einen Einblick worum es bei Clean Eating geht, was die Vorteile und Orientierungspunkte sind und wie du als Einsteiger*in mittrenden kannst. 


Das Wichtigste in KĂŒrze

  • Unverarbeitete vegane Lebensmittel sind pflanzliche Produkte in ihrer natĂŒrlichen Form – ohne ZusĂ€tze oder ĂŒbertriebene (industrielle) Verarbeitung.
  • Sie gelten als besonders nĂ€hrstoffreich und fördern nachweislich Gesundheit, LeistungsfĂ€higkeit, Gewichtsmanagement und Darmflora.
  • Die richtige Kombination aus GemĂŒse, Obst, Vollkorn, HĂŒlsenfrĂŒchten, NĂŒssen, Samen & fermentierten Lebensmitteln deckt alle wichtigen NĂ€hrstoffe ab.
  • Wer auf unverarbeitete vegane Lebensmittel setzt, reduziert automatisch Zucker, Zusatzstoffe, leere Kalorien und hochverarbeitete Produkte.
  • Leichtes Verarbeiten wie Schockfrosten, Mahlen, Einwecken oder Trocknung sind ok, sofern keine ungesunden Zusatzstoffe verwendet werden oder das Nahrungsmittel stark an NĂ€hrwert einbĂŒĂŸt.


Inhaltsverzeichnis

  1. Was bedeutet „unverarbeitete vegane Lebensmittel“?
  2. Warum unverarbeitet? Vorteile fĂŒr Gesundheit, Umwelt & Energie
  3. Was ist unverarbeitet und was ist leicht verarbeitet?
  4. Smart Cooking
  5. Clean Eating im Restaurant
  6. Einkaufsguide: So findest du 100 % unverarbeitete Produkte
  7. Fazit


1. Was bedeutet „unverarbeitete vegane Lebensmittel“?

Unverarbeitete vegane Lebensmittel sind pflanzliche Lebensmittel in ihrem ursprĂŒnglichen, natĂŒrlichen Zustand – ohne Schnickschnack wie Raffinieren, ĂŒbermĂ€ĂŸiges Erhitzen, Extrahieren oder das HinzufĂŒgen von Aromen, Zucker oder Konservierungsstoffen. Sprich: Mother Nature’s purest work. Damit kommen Speisen und Nahrungsmittel wie Fast Food, Weißmehl, Zucker und Alkohol auf die rote Liste. The cherry on the cake sind regionale und saisonale Produkte in Bio- oder gar DemeterqualitĂ€t.

Eine kleine Übersicht:

  • Unverarbeitet: rohes GemĂŒse und Obst, Naturreis usw. GO
  • Leicht verarbeitet: gefrorene Beeren, Haferflocken, Natur-Tofu GO
  • Fermentation: Durch diese kann die NĂ€hrstoffbilanz erhöht werden, zum Beispiel aus Sojabohnen Miso herstellen (mit Hilfe von Salz  und einem Pilz namens Koji); ebenfalls wird die Haltbarkeit natĂŒrlich verlĂ€ngert. GO
  • The sweet life: Raffinierter Zucker ist tabu, wenn es um Clean Eating geht. Du musst aber nicht komplett auf diese kleine VerfĂŒhrung verzichten. Getrocknete Datteln, Agavendicksaft oder Vollrohrzucker warten zwar nicht mit weniger Kalorien auf, helfen aber dabei unsere, von Industriezucker sĂŒchtig gemachten Geschmacksknospen zu entwöhnen und an natĂŒrliche SĂŒĂŸe zu gewöhnen. Jedoch gilt hier: bitte in Maßen. GO
  • GehĂ€rtete Fette: ein klares NO GO. Schlechte FettsĂ€uren, starke Verarbeitung und Energieverschwendung. Und wenn wir mit dem Fokus auf die Natur weitermachen: Palmöl sollte so oder so komplett vom Speiseplan verschwinden.
  • It’s all about hydration: Ab und an einen frisch gepressten Frucht- oder auch GemĂŒsesaft darfst du dir natĂŒrlich gönnen. Was aber mehr als “unclean” daher kommt: Alkohol, Softdrinks mit und ohne Zucker, Eiweißshakes, sogenanntes Drinkfood. UngesĂŒĂŸter Tee oder einfach Wasser sind dafĂŒr genau dein Ding. Bei Kaffee wirds hingegen tricky: Schwarzer Kaffee kriegt ein klares GO. Entkoffeiniert, aromatisiert, mit Zucker oder als lösliche Variante ist hingegen raus.
  • Stark verarbeitetes: vegane WĂŒrstchen, Proteinriegel, veganer KĂ€sö, Fertiggerichte, Convenience Food und dergleichen sind raus. NO GO


 

2. Warum unverarbeitet? Vorteile fĂŒr Gesundheit, Umwelt & Wohlbefinden

Gesundheitliche Vorteile

  • Maximale NĂ€hrstoffdichte: Durch zu starkes Erhitzen oder gar Frittieren gehen z.B. hitzeempfindliche NĂ€hrstoffe wie Vitamine flöten.
  • Verbesserte Verdauung & Darmflora durch Ballaststoffe: Vollkornmehl, die Schale von Äpfeln oder Möhren, Kohlrabi- und BlumenkohlblĂ€tter u.Ă€. liefern Ballaststoffe, welche ein wahres Wonderland fĂŒr deine Darmflora sind.
  • Stabiler Blutzucker: mehr Ballaststoffe regen zwar die Verdauung an, verlangsamen jedoch die Aufnahmen von Kohlenhydraten, als auch von Zucker. Somit bleibt dein Blutzucker lĂ€nger stabil, du verhinderst Blutzuckerspitzen und damit das rasche Abfallen deines Blutzuckers. Das macht lĂ€nger satt und verhindert Heißhunger. Dies fĂŒhrt automatisch zu
  • NatĂŒrlichem Gewichtsverlust, ohne Kalorien zĂ€hlen.
  • Reduzierte Risiken fĂŒr Diabetes, Bluthochdruck & EntzĂŒndungen: Vor allem Prozesse wie Pökeln und RĂ€uchern lassen gesundheitsschĂ€dliche Stoffe wie Nitrosamine und Aldehyde entstehen, welche mit Krebs in Verbindung gebracht werden. Dass zu viel Zucker und Weißmehl Diabetes und EntzĂŒndungsprozesse im Körper fördern, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr.



Umweltvorteile

  • Keine bzw. kaum energieintensiven Verarbeitungsprozesse: Die Birne kommt so auf den Tisch bzw. das KĂŒchenbrett, wie die Göttin sie geschaffen hat.
  • Weniger VerpackungsmĂŒll: erklĂ€rt sich von selbst. I mean: habt ihr schon mal geschĂ€lte und dafĂŒr aber erneut in Plastik verpackte Bananen in KĂŒhltheken im Supermarkt gesehen? Why oh why
?
  • Höhere BiodiversitĂ€t und weniger Umweltbelastung, wenn saisonal und regional eingekauft wird. Verringerte Transportwege und damit weniger Ausstoß von Schadstoffen und Treibhausgasen.

Energie & Lifestyle

Viele Menschen berichten ĂŒber:

  • ✔ mehr Energie
  • ✔ klareres Hautbild
  • ✔ bessere mentale Konzentration


3. Die wichtigsten Kategorien von un- und leicht verarbeiteten veganen Lebensmitteln

 

Kategorie Beispiele unverarbeitet Beispiele leicht verarbeitet
GemĂŒse

Roh: Brokkoli, Pilze, Zucchini, GrĂŒnkohl, Erbsen, Möhren; 

Kann alles ohne Garen konsumiert werden

Schockgefroren ohne ZusĂ€tze; Tomatenpassate oder StĂŒcktomaten aus der Dose
Obst Roh: Äpfel, Beeren, Birnen, Kirschen, Mirabellen, Pflaumen Schockgefroren ohne ZusĂ€tze; Trockenobst ohne Schwefel und Zucker
HĂŒlsenfrĂŒchte Erbsen, Bohnen, Kichererbsen Tofu; Hummus; eingekocht ohne ZusĂ€tze
Vollkornprodukte Naturreis, Dinkel, Hirse, Hafer, Quinoa Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Vollkornmehl
NĂŒsse & Samen Rohe WalnĂŒsse, Leinsamen, HaselnĂŒsse, Mandeln, Sesam, KĂŒrbiskerne, Cashews Nussmus, Pflanzendrinks ohne ZusĂ€tze; geröstet
Fermentiertes Sauerkraut, Kimchi, Tempeh Miso, Kombucha
Körner Reis, Mais, Hafer Haferflocken, Reis- oder Maiswaffeln
Joghurtersatz
Kokos, Lupine, Soja lediglich durch Starterkulturen erweitert
GewĂŒrze Basilikum, Schnittlauch, Petersilie, Chili, Ingwer Getrocknet und gemahlen
Fette & Öle Extra Vergine

Ein Lebensmittel gilt trotz Verarbeitung als Clean Eating, wenn die Verarbeitung das Produkt nicht kĂŒnstlicher, ungesĂŒnder oder nĂ€hrstoffĂ€rmer macht. Übrigens: Je intensiver die Farbe, desto höher die antioxidative Wirkung. Und wenn es um Antioxidation geht: Beeren sind die Königinnen in diesem Fachbereich. Vollgestopft mit Antioxidantien und sekundĂ€ren Pflanzenstoffen sind sie klein, aber mehr als nur oho!



4. Smart Cooking

Auf die richtige Zubereitungsweise kommt es an. Sich den ganzen Tag nur Rohkost reinzufahren, wird auf Dauer öde und wĂŒrde so vielen Köchinnen und Köchen auf diesem Erdenrund den Job kosten. Nahrungsmittel zuzubereiten oder zu verfeinern, spricht nicht gegen die Grundlagen des Clean Eatings, wie wir mittlerweile wissen. Jedoch kommt es auf die Zubereitung an: Leicht anbraten, dĂŒnsten oder blanchieren ist völlig in Ordnung. Reiben, zerteilen oder auch fermentieren und trocknen, machen manche Lebensmittel sogar leichter bekömmlich. Jedoch sollten Vorgehensweisen wie das Frittieren, starkes Anbraten, Grillen und wie bereits erwĂ€hnt RĂ€uchern und Pökeln aus dem Handbuch der Zubereitungsweisen so gut es geht gestrichen werden.



5. Clean Eating außerhalb?

Ich seh die Fragezeichen in deinen Augen: Geht Clean Eating auch in der Frittenbude ums Eck oder im Lieblingsrestraunt? Die Antwort lautet: Jein.

 
Reine Clean Eating Restaurants sind bisher, zumindest in der westlich geprĂ€gten KĂŒche, eher Mangelware. Zwar mĂŒssen seit langer Zeit bereits Zusatzstoffe in der Speisekarte niedergeschrieben werden, dies schĂŒtzt jetzt nicht vor ĂŒbermĂ€ĂŸiger Verarbeitung, Weißmehl oder zu viel Zucker. Damit fallen die KĂ€se-Sahnetorte von Smitty’s Backecke und die meisten Pastagerichte schon mal raus. Aber Sachen wie GemĂŒsesuppen, Salate, Antipasti oder auch einige Gerichte aus dem asiatisch- und ostasiatischen, sowie dem mediterranen Raum gehen durch. Und wenn das Restaurant deines Vertrauens gut aufgestellt ist, kannst du dich am Tisch beraten lassen oder ggf. Beilagen wie Pommes durch etwas cleanes austauschen lassen.




6. Einkaufsguide – So findest du wirklich unverarbeitete Produkte

✔ Checkliste fĂŒr unverarbeitete vegane Lebensmittel

  • Zutatenliste: je kĂŒrzer, desto besser
  • Keine ZusĂ€tze wie: Zucker, Aromen, Palmöl, Stabilisatoren
  • Möglichst regional & saisonal
  • Biologisch angebaut
  • Lebensmittel in ganzer Form (nicht extrahiert oder raffiniert)

Klingt erstmal nach Aufwand delĂŒx. Aber mit ein bisschen Übung und einem wachen Auge wird Clean Shopping als bald kein Problem mehr fĂŒr dich sein.



7. Fazit

Clean Eating ist nichts neues, sondern eher “back to the roots”. Was vor knapp 100 Jahren noch Gang und GĂ€be war, haben uns Industrie und Lifestyle abtrainiert: gesundes Kochen mit regionalen, saisonalen Zutaten – ohne Chemiepampe und viel Plaste außenrum. Und genau darum geht es bei Clean Eating.


Geeignet ist diese ErnĂ€hrungsweise grundsĂ€tzlich fĂŒr alle, die aus gesundheitlichen GrĂŒnden keine besonders strikten DiĂ€ten verfolgen mĂŒssen. Jedoch ist wichtig zu erwĂ€hnen, dass auch hier ab und an der Blick auf alle wichtigen Makro- und MikronĂ€hrstoffe gewĂ€hrleistet sein muss. Denn Mangelerscheinungen braucht niemand.


Let’s clean it up!

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